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Māori

Māori ist neben Englisch offizielle Sprache in Neuseeland seit 1987, trotzdem ist es mit etwa 50.000 kompetenten Sprechern und 100.00 passiven Sprechern eine Minderheitensprache. Māori Neuseelands ist am stärksten verwandt mit dem Maori der Cook Islands, dem Tahitanischen und Hawaiianischen. Es ist ferner verwandt mit den Sprachen Polynesiens, und vielleicht auch mit Sprachen Melanesiens, Indonesiens, der Philippinen, Taiwan und Madagaskar. Heute lassen sich im Vokabular des Maori Einflüsse des Englischen - etwa hōiho 'horse', kura 'school', motukā 'car' and tāone 'town' des Französischen wie mīere von 'miel' (Honig) und wīwī von 'oui oiu' sowie einiger Pidgins -pīkiwhara 'big' (von 'bigfela') ausmachen. Außerdem gibt es posteuropäische Adaptierungen von Wörtern des Maori Lexem des Māori ursprüngliche Bedeutung neue Bedeutung huka Schneeeis 'sugar' pouaka Behältnis für Heiligtümer 'box' puka...

Dokumentation bedrohter Sprachen

Das Bewusstsein, dass Sprachen verloren gehen und die Bedrohung die dies für die Vielfalt menschlichen Daseins darstellt, hat zum Entstehen einer neuen Disziplin in der Linguistik geführt: Die Dokumentation bedrohter Sprachen. Aber wie kommt man eigentlich an Daten über Sprachen, über die kaum jemand etwas weiß, von denen es nur wenige Sprecher gibt und die vielleicht noch dazu isoliert und in einer geschlossenen Gesellschaft leben? Aber das schwierigste ist nicht den Zugang zu Sprechern zu finden, sondern was tun, wenn man Sprechern (sogenanten Informanten) gegenüber steht? Wir neigen dazu Sprachen als Regelwerk zu empfinden und es in grammatikalische Begriffe packen zu wollen. Natürlich ist es schon wichtig eine deskriptive Grammatik zu erstellen, phonetische, phonologische und morphologische Regeln herauszufinden. Aber Daten, die uns wirklich einen Zugang zur Kultur und Lebenswelt ihrer Sprecher geben und uns so helfen, Wege zu finden diese Lebenswelt zu bewahren, zu dokumentieren u...

Tschetschenisch

Sprecherzahl: Gesamtzahl circa: 1.350.000 (Jahr 2002).Russische Föderation: 1.331.844 (Jahr 2002).Georgien: 7.110 (Jahr 2002). Die tschetschenische Volksgruppe stammt aus dem mittleren Gebiet des Gebirgszugs des Kaukasus. Bis 800 n. Chr. waren Tschetschenisch und Inguschisch ein und dieselbe Sprache. Die Idee der gemeinsamen Identität und der gemeinsamen Bräuche besteht bis heute fort und findet ihren Ausdruck in den Begriffen vaj mott ('unsere Sprache') und vaj naax ('unser Volk'). Gewöhnlich verstehen die Sprecher des Tschetschenischen das Inguschische - aufgrund der engen Beziehungen zwischen den beiden Volksgruppen und der linguistischen Nähe der beiden Sprachen.Die tschetschenischen Dialekte lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen:1. das Tschetschenische der Berge, welches die Dialekte Tscheberloisch, Scharoi, Itumkalisch und Melchisch (Galantschoshisch, Übergangsdialekt zum Inguschischen) umfasst,2. das Tschetschenische der Ebenen, welches die Dialekte Akkisc...

Linguistische Unterdrückung

Hier seien nur einige wenige Beispiele der linguistischen Unterdrückung in unserer Welt schlagwortartig genannt: * Tibetaner und die Sprache Tibetanisch durch die chinesische Regierung * Kurden und Kurdisch in der Türkei * Bosquimanos in Botswana * Yanomani in Brasilien * Wichí in dem Staat Salta in Argentinien * das indogene Volk der Naskapi (innu) und ihre Sprache durch die kanadische Regierung * das Volk der Berber und ihre Sprache in den Maghrebstaaten * die Roma und Sinti und ihre Sprache in Europa * die Janti durch Erdölfirmen im westlichen Sibirien * die slowenische Minderheit in Kärnten in Südösterreich * zahlreiche vietnamesische indogene Minderheitensprachen durch die vietnamesische Einparteienregierung

Der Kaukasus - die linguistisch reichste Region Europas

"Berg der Sprachen" nannte im 10. Jahrhundert der arabische Geograph Al-Mas'udi den Kaukasus und schon Plinius berichtet, dass die Römer in Dioskurias (heute Sokhumi) 130 Dolmetscher benötigten. Die Angaben schwanken zwischen 70 und 360 Sprachen und Dialekten. Als Ursache für die Vielfalt auf engstem Raum ist sicherlich die starke Zerklüftung des Kaukasusgebiets in viele kleine, schwer zugängliche Täler mit bis über 5000 m hohen Gipfeln verantwortlich, in die sich die verschiedensten Gruppen zurückziehen konnten und so ihre angestammten Sprachen behielten. Darüber hinaus trägt die geografische Situation zur Abspaltung von Dialekten bei, aus denen sich nach einiger Zeit - begünstigt durch erschwerte Kommunikation - selbständige Sprachen entwickelten. Besonderheit bei Kaukasisch ist jedoch, dass diese Sprachen keine genetisch einheitliche Sprachfamilie bilden, sondern aus mehreren Sprachfamilien stammen. Deshalb gliedern Linguisten Kaukasisch in drei ...

Sprache und Identität

Wenn zwei Personen miteinander sprechen, werden nur etwa 5-10% des Inhalts tatsächlich über die Wörter kommunizieren. Der restliche Inhalt wird über Situationskontext, Mimik, Gestik, Sprechverlauf, Stimmklang etc. übertragen. Es ist also nur allzu offensichtlich, dass Sprache viel mehr ist als nur Mittel zur Übertragung von Inhalten. Dazu wären 5-10% viel zu uneffektiv und die Menschheit wäre durch die Evolution schon längst dazu getrieben worden, ein geeigneteres Mittel zur Kommunikation zu entwickeln. Sprache kann viel mehr als Inhalte vermitteln. Ein Sprecher spiegelt in seiner Sprache seine Identität wieder und nimmt mit der Sprache des anderen seine Identität wahr. Sprache bietet ihren Sprechern einen Rahmen, um ihre Welt wahrzunehmen, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen und einer anderen fremd. Sprache ist verbindend und trennend und birgt viel mehr Potential als es uns bewusst ist. Individuen ihre Sprache zu nehmen, bedeutet sie ihrer Identität zu berauben, ihren Platz in der ...

Bildung als Bewahrerin linguistischer Diversität

Die einsprachige Schule ist eine Gefahr für linguistische Diversität. Mehrsprachigkeit ist eine Anforderung an alle, nicht nur an Sprecher von Minderheitensprachen. Minderheiten sollten in die Entwicklung von Bildungsreformen mit eingebunden sein. Fehlende Verschriftlichung sollte kein Hindernis für die Verwendung der Sprache in der Schule sein. Die sprachliche Immersion von Kindern mit Migrationshintergrund in die Sprache des Ziellandes sollte der Beibehaltung und gleichzeitigen Weiterentwicklung der Erstsprache nicht im Wege stehen. Schulen können die Wiederherstellung oder Erhaltung von Sprachen nicht garantieren, aber es wäre schwierig eine Sprache zu retten, die nicht im Bildungssystem enthalten ist.